Tschernobyl und Fukushima - zwei Katastrophen mit großen Auswirkungen

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Dunkle Kapitel gibt es in der Menschheitsgeschichte zu Genüge. Ob Weltkriege, Verbrechen an Zivilisten oder Naturkatastrophen. Doch all diese Ereignisse haben in ihrer Nachbetrachtung (Gott sei dank) den Vorteil, dass man aus ihnen und es besser machen kann.

Dies gilt auch für die beiden nuklearen Katastrophen, die die Weltbevölkerung am 26. April 1986 im heute ukrainischen Tschernobyl und am 11. März 2011 im japanischen Fukushima in ihren Grundfesten erschütterte.

Zwei Tragödien, die schwere Auswirkungen und Langzeitwirkungen hatten und haben und sich in ihrer Entstehung doch sehr unterscheiden.

Tschernobyl 1986: An diesem verhängnisvollen Apriltag Mitte der Achtziger Jahre wollten die Verantwortlichen und Mitarbeiter des sowjetischen Kraftwerks einen vollständigen Stromausfall proben, um so für einen möglicherweise auftretenden Ernstfall gewappnet zu sein.

Durch das akute und großflächige Missachten von den vielen Sicherheitsvorschriften ging diese Simulation jedoch schief. Es kam in einem der Reaktoren zu einem unaufhaltbaren Leistungsanstieg, der nach kurzer Zeit zur Explosion eben dieses Reaktors führte. In der Folge traten radioaktive Stoffe in großen Mengen aus und verpesteten die Umwelt. Durch den Aufstieg in die unmittelbare Atmosphäre und die vorherrschenden Winde wurde eine große Fläche der Gefahr der radioaktiven Verstrahlung ausgesetzt. Komplett war der Super-GAU, als ein kurz nach der Explosion auftretender Regenschauer sogenannten sauren Regen niedergehen ließ. 

An den Folgen akuter Verstrahlung starben laut offiziellen Angaben 50 Personen, allerdings muss man innerhalb der nächsten 50 Jahre mit bis zu 25.000 Krebserkrankungen und anderen gesundheitlichen Nachwirkungen der Katastrophe rechnen.



Fukushima 2011: Ganz anders der Hergang der Katastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011. Im März des Jahres ereignete sich ein Erdbeben, welches zum Versagen von vier der sechs Kernreaktoren führte. In Folge dessen kam es zu mehreren Kernschmelzen, radioaktives Material gelangte in die Atmosphäre. Die Dosierung war dabei knapp doppelt so hoch wie noch im Jahr 1986 in Tschernobyl.

Die Aufräumarbeiten zur Beseitigung der Schäden wird über 25 Jahre in Anspruch nehmen und knapp 200 Milliarden Euro kosten.

Als weitere Folge des Unglücks, bei dem rund 50 Personen außerhalb des Kraftwerks starben und bis heute viele der rund 25.000 Helfer mit gesundheitlichen Probleme aufgrund der Strahlung zu kämpfen haben, beschloss die japanische Regierung einen schrittweisen Ausstieg aus der Atompolitik. Allerdings musste diese geplante Entwicklung, die im Jahr 2040 abgeschlossen werden sollte, durch zu großen Druck der Wirtschaftsmächte bereits wieder korrigiert werden.

Global gesehen jedoch verfehlte die Katastrophe in Fukushima ihren Effekt keinesfalls. Die meisten Länder der Erde, die sich bereits vor der Katastrophe mit einem Atomausstieg aufgrund des Schutzes der Umwelt beschäftigten, verschärften ihre Bemühungen deutlich und entschieden sich mit konkreten Plänen für einen kompletten Ausstieg aus der Atomenergie.



So auch Deutschland. Zwar war die Energiewende schon vorher beschlossene Sache, doch mit der Atomkatastrophe von Fukushima entschied sich der Bundestag am 30.06.2011 für eine komplette Abschaltung der Kernreaktoren bis zum Jahr 2022.

Und so spannt sich der Bogen vom Beginn des Artikels automatisch. Alle Katastrophen, die auf der Welt immer wieder passieren und auch weiter passieren werden, sorgen dafür, dass der Druck auf die Entscheidungsträger wichtiger, zukunftsbildender Entscheidungen steigt. So gehen Themen wie der Umweltschutz und die Kriegsprävention heute in großen Schritten voran und sind verankert in den Herangehensweisen von Politikern.

Trotzdem hofft die Menschheit natürlich, dass einen solche Bilder wie vor vier Jahren aus Japan und vor 29 Jahren aus Tschernobyl nie wieder heimsuchen werden. 

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