Güterverkehr der Zukunft

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...wie realistisch sind E-Lkw's auf deutschen Autobahnen?

Nördlich von Berlin spielen sich in diesen Tagen Szenen ab, die man so nicht in der Provinz Brandenburgs erwartet hätte. In der Uckermark gibt es auf rund 2,2 Kilometern den ersten sogenannten E-Highway. Ja, Sie haben richtig gelesen. Auf der rechten Spur dieser zweispurigen Autobahn führen Oberleitungen vollbeladene LKW's über die Strecke und läuten so eine neue Zeitrechnung in der Welt des Güterverkehrs ein. Zugegeben, im östlichen Europa findet man an jedem Ort Busse, die von Oberleitungen geführt und mit Strom versorgt werden. Doch diese Idee nun in der westlichen Welt auf Autobahnen und den hochfrequentierten Güterbetrieb per LKW umzuwandeln, ist ein Mammutprojekt. Es könnte für die Zukunft richtungsweisen beim Thema Umwelt sein. Denn die Masse an CO2-Ausstoss ist allein aufgrund des Güterverkehrs immens. So stellen sich zwangsläufig einige Fragen: Wird das Vorhaben erfolgreich sein? Arbeitet man finanziell effizient? Was sind die positiven Auswirkungen? Und wo ist der Haken? Hier gehen wir den wichtigsten Fragen auf den Grund.



Warum gibt es dieses Projekt überhaupt?

Die Gründe, warum Siemens als federführendes Unternehmen dieses Unterfangen ins Leben gerufen hat sind vielschichtig und einleuchtend. Als erstes ist hier der Energiewandel zu nennen. Mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien gehen Bund und Länder ganz eindeutig in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz, sodass auch der Güterverkehr als ein großer Luftverpester zumindest guten Willen zeigen muss. Innovative Ideen sind daher gern gesehen und tatsächlich wurde nun eine Option erstellt, die umsetzbar scheint. Bis 2030 soll der Güterverkehr deutlich ansteigen, das Meiste der Zusatzlast würden wohl LKW's übernehmen, sodass man eindeutig sagen muss, dass ein Betreiben dieser mit Strom einer Revolution gleichkäme.

Wo ist der Haken?

Nun, man sollte nicht denken, dass eine Oberleitung komplett ausreicht, um einen LKW zu betreiben. Die Dieselmotoren sind weiter unverzichtbar für die Riesen unserer Autobahnen. Die Luftverschmutzung ist also weiter da. Schaut man sich diesen „Haken“ jedoch genauer an, kann man ihn relativieren. Denn zum einen ist durch die Kombination von Diesel- und Stromantrieb der Ausstoß des Kohlenstoffdioxid in die Umwelt vermindert. Zum anderen ist dies in Kombination mit prognostiziertem Anstieg des Güterverkehrs umso wichtiger, da man so einen eklatanten Anstieg verhindern kann.

Billigstrom.net - E-Lkw's

Wie realistisch ist die serienmäßige Umsetzung?

Dass hier ein riesiges Projekt mit weitreichenden Folgen vorliegt, wird auf den ersten Blick klar. Da man sich in der Planung noch nicht in den letzten Zügen befindet, ist es derzeit auch noch nicht möglich zu sagen, wie teuer oder einschränkend die Umsetzung am Ende sein würde. Zumindest aber, und das darf als Fortschritt gesehen werden, sind sich die betroffenen Parteien einig, welche Abschnitte deutscher Straßen mit einer Oberleitung ausgestattet werden sollen. Einerseits sind hier die viel befahrenen Abschnitte der Autobahnen zu nennen. Andererseits sollen jedoch auch Verbindungen, die ständig von LKW's genutzt werden, berücksichtigt werden. Straßen, die von einem Hafen zum Umschlagterminal der Deutschen Bahn führen sind ein Beispiel hierfür. 

Sind noch Kinderkrankheiten vorhanden?

Große Projekte bringen häufig noch sehr rohe, unüberlegte Vorgänge mit sich, die das große Ganze zu einem späteren Zeitpunkt gefährden könnten. Hier jedoch scheint es, als wären viele Eventualitäten ausreichend und konstruktiv durchdacht worden. Beispiel: Die LKW's enthalten Akkus, die ihnen das kurzzeitige Ausscheren vom Strombetrieb erlauben, ohne dabei komplett den Dieselmotor zu nutzen. Dieser Batteriebetrieb erlaubt beispielsweise Überholvorgänge auf der Autobahn, ohne dass gleich mehrere Spuren mit den Oberleitungen ausgestattet werden müssen. An der Laufzeit dieser Batterien wird momentan noch intensiv geforscht, sodass man auch hier in den kommenden Jahren Verbesserungen erwarten darf. Dies würde dann dazu führen, dass man nicht durchgehend Oberleitungen benötigt, was auch finanziell nicht unerheblich ist. LKW's würden sich dann an einem Oberleitungsabschnitt die Batterie aufladen und die dann kommenden Kilometer ohne die „Hilfe von oben“ mit Batterie plus Dieselmotor fahren. 

Alles in allem bekommt das Thema derzeit noch wenig Aufmerksamkeit. Dies liegt natürlich an den vielen Hürden, die noch genommen werden müssen, ehe man konkret planen und finanzieren kann. Außerdem bestimmen aktuellere Themen die täglichen Nachrichten. Sollten Forschung und Planung jedoch so voranschreiten, wie das in den vergangenen Jahren der Fall war, wird man sich schon bald mit dem Thema E-Highway auseinandersetzen.

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