Der Wunsch nach nachhaltiger Energieversorgung ist ungebrochen. Immer mehr Haushalte und Unternehmen in Deutschland möchten ihren Beitrag zur Energiewende leisten und auf Ökostrom umsteigen. Doch der Markt ist komplex, und der Begriff „Ökostrom“ ist nicht immer gleichbedeutend mit echtem Klimaschutz. Im Jahr 2026 ist es wichtiger denn je, genau hinzuschauen: Welche Anbieter liefern wirklich grünen Strom und was bedeuten die verschiedenen Zertifizierungen?
Was macht Ökostrom wirklich 'grün'?
Die Bezeichnung „Ökostrom“ ist in Deutschland gesetzlich nicht geschützt, was es für Verbraucher schwierig macht, echte von weniger wirksamen Angeboten zu unterscheiden. Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob ein Anbieter lediglich Herkunftsnachweise (HKN) für bereits existierenden erneuerbaren Strom einkauft oder aktiv in den Ausbau neuer Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien investiert.
Herkunftsnachweise sind elektronische Dokumente, die bestätigen, dass eine bestimmte Menge Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde. Sie werden vom Umweltbundesamt im Herkunftsnachweisregister (HKNR) verwaltet und sollen eine Doppelvermarktung verhindern. Viele Stromversorger kaufen jedoch günstige HKN aus dem europäischen Ausland, beispielsweise aus skandinavischer Wasserkraft, um ihren konventionellen Strom „grün“ zu färben. Dies trägt zwar zur rechnerischen Bilanz bei, aber nicht direkt zum Bau neuer Wind-, Solar- oder Wasserkraftwerke in Deutschland. Echter Ökostrom hingegen stammt nachweislich aus erneuerbaren Energiequellen und ist durch anerkannte Zertifizierungen belegt, die über den bloßen HKN-Kauf hinausgehen.
Die wichtigsten Ökostrom-Zertifizierungen 2026
Um sicherzustellen, dass Ihr Geld tatsächlich die Energiewende vorantreibt, sollten Sie auf bestimmte Gütesiegel achten. Im Jahr 2026 gelten insbesondere das Grüner Strom Label und das ok-power-Label als die strengsten und glaubwürdigsten Zertifizierungen.
- Grüner Strom Label (GSL): Dieses Label wird von unabhängigen Umweltverbänden wie BUND und NABU getragen und ist seit 1999 auf dem Markt. Es verpflichtet Anbieter dazu, einen festgelegten Betrag pro verkaufter Kilowattstunde (z.B. 0,5 Cent/kWh bei SAUBER ENERGIE) in neue Projekte der Energiewende zu investieren, wie Photovoltaik, Speicherlösungen oder Ladeinfrastruktur. Das GSL verlangt 100% Ökostrom und erkennt physisch unabhängig gehandelte Zertifikate nicht an. Zudem schließt es die Beteiligung des Anbieters an Atom- und Kohlekraftwerken aus (Kohle-Ausschluss ab 01.01.2027).
- ok-power-Label: Vergeben vom gemeinnützigen Verein EnergieVision e.V., gegründet von WWF, Öko-Institut und der Verbraucherzentrale NRW. Das ok-power-Label stellt sicher, dass der Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt, die Energiewende aktiv und kontinuierlich gefördert wird und der Anbieter nicht an Atom- oder Kohlekraftwerken beteiligt ist. Die Kriterien wurden für 2026 aktualisiert, um die Förderung neuer Kapazitäten und die Integration erneuerbarer Energien weiter zu stärken.
- TÜV-Zertifikate: TÜV-Siegel (z.B. TÜV Nord) bestätigen die Herkunft des Stroms aus erneuerbaren Quellen. Sie sind eine gute Basis, sagen aber oft nichts über zusätzliche Investitionen in neue Anlagen aus. Viele echte Ökostromanbieter nutzen TÜV-Zertifikate in Kombination mit den strengeren Labels.
Vergleich der Ökostrom-Zertifizierungen (Stand 2026)
| Kriterium | Herkunftsnachweis (HKN) | TÜV-Siegel | Grüner Strom Label | ok-power-Label |
|---|---|---|---|---|
| 100% Erneuerbare Energien | Ja (rechnerisch) | Ja (geprüft) | Ja | Ja |
| Förderung neuer Anlagen | Nein (nicht zwingend) | Nein (nicht zwingend) | Ja (verpflichtend, fester Betrag pro kWh) | Ja (verpflichtend, aktive Förderung der Energiewende) |
| Ausschluss Atom-/Kohlekraft | Nein | Nein (nicht zwingend) | Ja (Kohle ab 01.01.2027) | Ja |
| Unabhängigkeit von Konzernen | Nein (nicht Kriterium) | Nein (nicht Kriterium) | Ja (oft, aber nicht explizit Kriterium) | Ja (oft, aber nicht explizit Kriterium) |
| Transparenz | Mittel | Gut | Sehr gut | Sehr gut |
Empfohlene Ökostrom-Anbieter mit echten Nachhaltigkeitskriterien 2026
Im Jahr 2026 gibt es eine Reihe von Anbietern, die sich durch ihr Engagement für echten Ökostrom und transparente Zertifizierungen hervorheben. Laut aktuellen Vergleichen schneiden einige besonders gut ab:
- Naturstrom: Als Pionier des deutschen Ökostrommarktes bietet Naturstrom seit 1999 100% Ökostrom ausschließlich aus deutschen Wind-, Wasser- und Solaranlagen an. Das Unternehmen ist mit dem Grüner Strom Label (seit 1999) und TÜV Nord zertifiziert und investiert pro verbrauchter Kilowattstunde einen Cent in neue Energiewende-Projekte. Naturstrom bietet zudem langfristige Preisgarantien bis 2030 an.
- Green Planet Energy (ehemals Greenpeace Energy): Die von Greenpeace Deutschland gegründete Genossenschaft liefert 100% Ökostrom aus Wind- und Wasserkraft in Deutschland und Österreich. Sie erfüllt die strengen Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom und ist mit dem ok-power-plus Label ausgezeichnet. Green Planet Energy investiert aktiv in den Bau eigener Wind- und Solarkraftwerke.
- EWS Schönau: Bekannt als die „Stromrebellen“, liefern die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) 100% Ökostrom und sind ok-power zertifiziert. EWS Schönau fördert den Ausbau erneuerbarer Kraftwerke aktiv, wobei mindestens ein Drittel der verkauften Strommenge aus neu gebauten Anlagen stammt. Das Unternehmen ist nicht an Atom-, Braun- oder neuen Steinkohlekraftwerken beteiligt.
- Polarstern: Dieser unabhängige Ökostromanbieter liefert ebenfalls 100% echten Ökostrom, zertifiziert mit dem Grüner Strom Label. Polarstern investiert für jede verbrauchte kWh einen Cent in den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland und unterstützt internationale Klimaschutzprojekte.
- LichtBlick: Als einer der Pioniere des Ökostrommarktes wurde LichtBlick 2026 von NR-Kurier.de als Testsieger für sein Gesamtpaket aus Tarifvielfalt, Preissicherheit und zertifizierter Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Der Strom ist TÜV Nord zertifiziert und stammt zu 100% aus erneuerbaren Energien.
Fazit: Transparenz und Engagement zählen
Der Markt für Ökostrom in Deutschland ist 2026 vielfältig und bietet viele Möglichkeiten, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Um sicherzustellen, dass Ihr Geld wirklich grünen Strom fördert und nicht nur bestehenden Strom umlabelt, achten Sie auf unabhängige und strenge Zertifizierungen wie das Grüner Strom Label und das ok-power-Label. Diese garantieren nicht nur die Herkunft des Stroms aus erneuerbaren Quellen, sondern auch direkte Investitionen in den Ausbau neuer Anlagen.
Vergleichen Sie die Angebote sorgfältig und nutzen Sie Vergleichsportale, um den für Sie passenden Tarif zu finden. Ein bewusster Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt für mehr Klimaschutz. Starten Sie jetzt Ihren Vergleich und finden Sie den idealen Ökostrom-Tarif für Ihr Zuhause unter billigstrom.net/#vergleich.
Häufige Fragen
Jetzt Ihren Tarif vergleichen
Prüfen Sie, ob Sie zu viel zahlen – kostenlos und unverbindlich.
Kostenloser Stromvergleich