Der Wunsch nach einer nachhaltigen Energieversorgung ist in Deutschland ungebrochen. Im Jahr 2026 stammt bereits ein Großteil des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen – im ersten Halbjahr 2026 lag der Anteil bei rund 57 Prozent des genutzten Stroms bzw. 61,8 Prozent der öffentlichen Netto-Stromerzeugung. Die Bundesregierung strebt an, diesen Anteil bis 2030 auf mindestens 80 Prozent zu erhöhen. Doch der Begriff 'Ökostrom' ist nicht geschützt, und die Vielzahl an Angeboten kann Verbraucher verunsichern. Wie erkennt man also wirklich grünen Strom und welche Anbieter setzen sich tatsächlich für die Energiewende ein?
Was macht Ökostrom wirklich grün?
Echter Ökostrom bedeutet mehr, als nur Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Die wichtigsten Kriterien für einen wirklich grünen Stromtarif sind:
- 100 % erneuerbare Energien: Der Strom muss ausschließlich aus Quellen wie Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse stammen.
- Förderung des Ausbaus: Ein echter Ökostromanbieter investiert aktiv in den Bau neuer Anlagen für erneuerbare Energien in Deutschland oder in innovative Projekte zur Energiewende. Dies ist entscheidend, um den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstrommix tatsächlich zu erhöhen.
- Unabhängigkeit von Atom- und Kohlekraft: Der Anbieter sollte keine finanziellen Beteiligungen an Atom-, Braunkohle- oder neuen Steinkohlekraftwerken haben und auch nicht Teil eines Konzerns sein, der solche Anlagen betreibt. Nur so wird sichergestellt, dass das Geld nicht indirekt in klimaschädliche Energien fließt.
Ein häufiges Problem ist das sogenannte 'Greenwashing'. Viele Anbieter kaufen lediglich sogenannte Herkunftsnachweise (HKN) für Strom, der irgendwo in Europa aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde. Diese HKN können unabhängig vom physischen Strom gehandelt werden, was bedeutet, dass konventionell erzeugter Strom auf dem Papier als Ökostrom deklariert wird, ohne dass ein tatsächlicher Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland geleistet wird.
Die wichtigsten Ökostrom-Zertifizierungen im Überblick
Um echten Ökostrom von 'grün gefärbtem' Strom zu unterscheiden, sind unabhängige Gütesiegel und Zertifikate unerlässlich. Sie garantieren, dass der Strom nicht nur aus erneuerbaren Quellen stammt, sondern auch einen Mehrwert für die Energiewende bietet. Die wichtigsten Labels in Deutschland sind:
- Grüner Strom Label (GSL): Dieses Label wird von führenden Umwelt- und Verbraucherverbänden wie NABU, BUND und der Verbraucher Initiative getragen. Es ist das älteste Ökostrom-Gütesiegel in Deutschland und garantiert 100 % Ökostrom aus erneuerbaren Quellen. Ein zentrales Kriterium ist die verpflichtende Investition eines festen Betrags pro verkaufter Kilowattstunde (z.B. 0,5 Cent/kWh) in neue Anlagen oder innovative Energiewendeprojekte. Im April 2026 trugen bereits 238 Ökostromtarife von 39 Energieversorgern dieses Label.
- ok-power Label: Dieses Gütesiegel wird von EnergieVision e.V. vergeben, einem gemeinnützigen Verein, der vom WWF Deutschland, dem Öko-Institut e.V. und der Verbraucherzentrale NRW unterstützt wird. Es stellt sicher, dass der zertifizierte Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien stammt und der Anbieter keine wesentlichen finanziellen Beteiligungen an Atom- oder Kohlekraftwerken hat. Zudem fördert das ok-power Label den Bau neuer Anlagen oder innovative Projekte zur Energiewende durch spezifische Wahlpflichtkriterien.
- TÜV-Zertifikate: Auch der TÜV Nord und TÜV Süd bieten Zertifizierungen an (z.B. EE01 und EE02). Diese bestätigen die Herkunft aus erneuerbaren Energien, wobei EE01 einen Mindestanteil von 30 % aus Neuanlagen fordert und EE02 eine zeitgleiche Erzeugung und Einspeisung. Während TÜV-Zertifikate eine gute Basis bieten, gelten das Grüner Strom Label und das ok-power Label aufgrund ihrer zusätzlichen Kriterien für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Unabhängigkeit oft als strenger.
Empfehlenswerte Ökostrom-Anbieter 2026
Im Jahr 2026 gibt es eine Reihe von Anbietern, die sich durch ihr Engagement für echte Nachhaltigkeit und transparente Zertifizierungen auszeichnen. Diese Anbieter erfüllen in der Regel die strengen Kriterien der oben genannten Gütesiegel und investieren aktiv in die Energiewende. Laut verschiedenen Vergleichen und Umweltorganisationen zählen dazu unter anderem:
| Anbieter | Wichtige Zertifizierungen | Besonderheiten |
|---|---|---|
| LichtBlick | TÜV NORD | Größter unabhängiger Ökostromanbieter, dynamische Tarife, Testsieger der NR-Kurier-Redaktion 2026 |
| Naturstrom | Grüner Strom Label (Gold), ok-power | Strom ausschließlich aus Deutschland, einer der ältesten Ökostromanbieter |
| Polarstern | Grüner Strom Label | Regionaler Fokus, soziale Energieprojekte weltweit |
| Green Planet Energy | Grüner Strom Label | Von Greenpeace gegründet, Energiegenossenschaft |
| Bürgerwerke | Grüner Strom Label | Genossenschaft, Förderung neuer Anlagen (0,5 ct/kWh) |
| Elektrizitätswerke Schönau (EWS) | (Oft keine Label, da bewusst Abgrenzung) | Einer der Pioniere der Energiewende, unabhängig |
Auch andere Anbieter wie ENTEGA und Octopus Energy werden oft als günstigere Ökostromanbieter genannt, die ebenfalls zertifizierte Tarife anbieten. Es ist wichtig, die spezifischen Tarife und deren Zertifizierungen genau zu prüfen.
Fazit: So finden Sie Ihren echten Ökostrom-Anbieter
Die Wahl des richtigen Ökostromanbieters ist ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz und die Förderung der Energiewende. Achten Sie im Jahr 2026 nicht nur auf den Begriff 'Ökostrom', sondern vor allem auf anerkannte Gütesiegel wie das Grüner Strom Label oder das ok-power Label. Diese garantieren, dass Ihr Geld nicht nur in grüne Energie fließt, sondern auch aktiv den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreibt und keine fossilen oder atomaren Geschäftsmodelle unterstützt werden. Prüfen Sie zudem die Unabhängigkeit des Anbieters. Ein transparenter Ökostrom-Vergleich hilft Ihnen, den passenden Tarif zu finden, der sowohl ökologisch sinnvoll als auch wirtschaftlich attraktiv ist. Starten Sie jetzt Ihren Vergleich und tragen Sie aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft bei: Zum Ökostrom-Vergleich
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